BRUSTIMPLANTAT-ENTFERNUNG TEIL DREI

Vier Wochen ist meine Brustimplantat-Entfernung nun her und ich finde es ist an der Zeit euch ein Update zu geben. Ich hätte niemals gedacht, dass dieses Thema auf ein solch großes Interesse stößt. Es war mir schon klar, dass sich eine gewisse Neugier bemerkbar machen wird, aber mit dem Umfang des Interesses und des Feedbacks zu meinen ersten beiden Beiträgen hätte ich nicht gerechnet.

Gleich nach der Veröffentlichung des ersten Beitrags habe ich gewusst, es war die richtige Entscheidung meine Geschichte mit euch zu teilen. Zum einen habe ich viele, nein sehr viele bestärkende Nachrichten von euch bekommen, was mir gezeigt hat, dass ich mich richtig entschieden habe MEINEN Weg zu gehen. Mich nicht von Schönheitsidealen, Trends oder dem Umfeld in meiner Entscheidung beirren zu lassen. Natürlich hat man immer Zweifel, ob eine Entscheidung richtig ist, aber wenn man nach seinem Gefühl handelt ist man meistens auf dem richtigen Weg. Generell empfehle ich euch, egal bei welchem Thema, immer eine Entscheidung zu treffen und sie nicht so lange rauszuzögern bis das Leben oder eine andere Person sie für euch trifft. Aber das ist ein anderes Thema auf das ich vielleicht in Zukunft eingehen werde.

Zum anderen konnte ich mit der Veröffentlichung schon jetzt einigen Frauen helfen. Wie ich schon erwartet habe, gibt es wohl doch sehr viel mehr Frauen, die dieses Thema betrifft. Viele Nachrichten mit „Danke, dass du das ansprichst. Mir geht es sehr ähnlich, aber…“ haben mich erreicht. Laufend bekomme ich Nachrichten von Frauen, die sich nun endlich getraut haben einen Termin beim Arzt auszumachen. Was mich ebenfalls sehr freut ist, dass ich auch viele zum Nachdenken bewegt habe. „Ich bin nicht super unglücklich aber denke schon lange über eine Brustvergrößerung nach. Jetzt wo ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mich aber erstmal dagegen entschieden denn es ist nicht wirklich notwendig! Danke!“ So oder so ähnlich war der Inhalt unzähliger Nachrichten die ich von Mädels und Frauen bekommen habe. Ich habe gemerkt wieviele Frauen sich von Schönheitsidealen beeinflussen lassen und über Eingriffe nachdenken, die überhaupt nicht notwendig sind. Der Wunsch danach kommt nicht aus einer tiefen Unzufriedenheit mit sich selbst, sondern entsteht aufgrund des Bildes, dass einem die Gesellschaft/Magazine/das Internet vermittelt.

Ich habe auch schon in meinen vorherigen Beiträgen gesagt, dass ich kein Gegner von Schönheitsoperationen bin, aber nur wenn der Wunsch nicht aufgrund anderer entsteht. Genauso wie es mir geholfen hat meine Brustimplantate entfernen zu lassen damit ich mich wieder wie ich selbst fühle, hilft es vielleicht jemand anderem eine Brustvergrößerung. Aber ein freiwilliger Eingriff muss sehr gut überlegt sein, denn er ist immer mit einem Risiko verbunden. Das beziehe ich garnicht auf gesundheitliche Risiken, sondern auch einfach darauf, das man sich danach vielleicht garnicht besser fühlt und der Eingriff umsonst war. Ich denke ihr versteht mittlerweile meinen Standpunkt zu dem Thema!

Aber wie war meine OP denn nun und wie geht es mir jetzt?

Ich bin froh euch mitteilen zu können, dass alles noch unspektakulärer war als ich dachte. Ich wusste schon (also je nachdem welchem Arzt aus Beitrag Teil zwei man Glauben geschenkt hat) das es es kein komplizierter Eingriff wird, aber wie problemlos alles lief hat mich trotzdem überrascht. Das Schlimmste an dem Tag war, dass ich bis zu meiner OP nichts essen durfte haha. Gegen Mittag wurde ich in den OP gebracht bzw. bin selbst hingelaufen, habe mich auf diesen furchteinflößenden Metalltisch gelegt und gute halbe Stunde später war alles auch schonwieder vorbei. Als ich aufgewacht bin und noch high auf Narkosemittel war, habe ich meiner Mama angeblich 20 mal die gleiche Frage gestellt, zumindest behauptet sie das. Aber sonst lief alles sehr easy. Kurz später bin ich schon aufgestanden, habe mich allein angezogen und bin erstmal zur Toilette und zum Spiegel.

Was soll ich sagen, der Moment vorm Spiegel hat mich zum heulen gebracht. Aber im positiven Sinn. Ich bin wirklich kein gefühlsbetonter Mensch, wann ich das letzte Mal geweint habe, abgesehen davon, weiß ich nichtmal mehr. Aber in diesem Moment ist eine Last von mir abgefallen, von der ich selbst nicht wusste wie groß sie doch war. Ich war so glücklich, dass ich vor Freude einfach geheult hab. Und das schon direkt nach der OP.

Ca. zwei bis drei Stunden nach der OP bin ich dann nach Hause gegangen und hab erstmal Pizza gegessen. Die ersten drei Tage habe ich Abends noch eine Schmerztablette genommen, aber das wars auch. Ich hatte eigentlich fast garkeine Schmerzen, weshalb ich mich ein wenig übernommen habe mit meinen Aktivitäten. Ich war ein bisschen zu euphorisch und bin am vierten Tag nach der OP gleich  zum Shooten gefahren, habe noch letzte Sachen für unsere Wohnung gekauft und quer durch die Stadt getragen. Ich war sogar der Meinung ein Regal aufhängen zu müssen, ich weiß total dumm aber mir gings wirklich super. Am Wochenende (OP war am Montag) habe ich dann die Rechnung für meine Euphorie bekommen. Ich hatte dann Muskelkater ähnliche Schmerzen an der Seite und musste ein paar meiner Termine absagen um mich auszuruhen. Dann habe ich wirkich versucht nichts zu machen und mich auch größtenteils daran gehalten. Ein paar Tage später war dann auch wieder alles gut. Vor zwei Wochen war ich Nähte ziehen, was ganze 5 Sekunden gedauert hat und komplett schmerzfrei war.

Wie sehen meine Brüste vier Wochen nach der OP aus?

Wie gesagt, ich war direkt nach der OP schon überglücklich und es hat sich nichts geändert. Obwohl ich die Implantate über 6 Jahre in meinem Körper hatte, habe ich werder eine hängende Brust noch sieht es aus als wär „die Luft raus“. Im Gegenteil, ich habe sogar das Gefühl, dass meine Brüste wieder weiter oben sind, weil das Gewicht raus ist. Ich bin SO GLÜCKLICH über meine alte, neue kleine Brust! Abgesehen von den Narben, würde man nicht bemerken, dass da jahrelang Implantate drin waren. Meine Brust sieht wie ein kleiner (B Körbchen) natürlicher Busen aus. Mag sein, dass sie nicht ganz so straff wie vor der Vergrößerung sind, aber ich kann mich an meine ursprüngliche Brust auch nicht so ganz erinnern. Außerdem darf man nicht vergessen, dass ich älter geworden bin und keine Brust für immer so bleibt wie sie mit 20 war. Ich bin also schon mehr als zufrieden jetzt vier Wochen nach der OP. Laut Arzt sieht man das endgültige Ergebnis erst ein dreiviertel Jahr nach der OP, da sich die Brust langsam zusammenzieht. Also es könnte sogar noch besser werden! Wenn nicht, war es dennoch die beste Entscheidung die ich hätte treffen können.

Damit möchte ich diesen Beitrag auch abschließen. Fragen könnt ihr mir gerne in den Kommentaren stellen, denn vielleicht sind die ja auch für andere relevant!

Ach und hier noch ein kleiner vorher-nachher Vergleich. Lustigerweise wurde ich kurz nach der OP auf Instagram öfter gefragt ob ich abgenommen hätte. Ja, einen halben Kilo Silikon! Aber auch ich finde, dass ich jetzt irgendwie schlanker aussehe. Ich trage auch wieder viel lieber enge Oberteile und körperbetonte Kleidung. Ich fühle mich einfach SEHR viel wohler in meiner Haut.

Ich danke euch fürs lesen und all die Nachrichten im letzten Monat!

Love, Christina

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