BRUSTIMPLANTAT-ENTFERNUNG TEIL ZWEI

Starten wir diesen Beitrag mit einem großen DANKE. Ich habe zu meinem Artikel Brustimplantat-Entfernung Teil Eins bereits sehr viel  positives und bestärkendes Feedback bekommen! Auch wenn ich vermeintlich selbstbewusst und mutig wirke, ist es für mich nicht so leicht wie es scheint, das Alles zu teilen. Eure positiven Worte motivieren mich aber den zweiten Teil zu schreiben.

Wie ich im ersten Teil schon geschrieben habe, hat sich die Recherche zur Brustimplantat-Entfernung (Start vor 1,5 Jahren) sehr schwierig gestaltet. Deshalb habe ich auch immer wieder aufgehört mich damit zu beschäftigen und mich damit abgefunden, dass es halt ist wie es ist. Aber jedesmal wenn ich ein unangenehmes Gefühl verspürt habe, war es doch wieder präsent und ich habe wieder gegoogelt. Auf Empfehlung habe ich mir im Sommer dann die App „Real Self“ heruntergeladen. Eine  (ich glaube amerikanische) App in der man unzählige Erfahrungsberichte zu Schönheitsoperationen findet. Eine große Kategorie ist auch Implantat-Entfernung. Ich muss sagen, dass mir das echt weitergeholfen hat.

Wie sich jeder denken kann, habe ich mich natürlich viel damit beschäftigt, wie meine Brüste nach der Entfernung aussehen werden. Ob es eine Katastrophe wird, ob ich eine Bruststraffung machen muss und so weiter. Das ganze Thema Brustoperation egal in welcher Form darf man einfach nicht zu sehr auf die leichte Schulter nehmen. Es ist mit Schmerzen und Narben verbunden die man für den Rest seines Lebens hat. Auch wenn für mich der Aspekt der Kapselfibrose sehr viel wichtiger ist, als das perfekte Aussehen meiner Brüste, will ich danach natürlich auch nicht todes unglücklich sein.

Ich habe mir in der App hunderte Vorher-Nacher Bilder angeschaut und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: So richtig schlimm sah es eigentlich bei keinem aus. Bei manchen Frauen hat mich das Ergebnis richtig positiv überrascht und bei anderen war es natürlich kein Traumbusen mehr, aber sah zumindest natürlich aus. Meine Angst, dass ich danach „entstellt“ aussehe, wurde mir also genommen. Jetzt einen Tag vor meiner OP hoffe ich natürlich auf das Beste und wünsche mir auch, dass ich zumindest zu 70% meine davor-Brust zurückbekomme. Denn damit wäre ich mehr als zufrieden! Aber wenn es nicht so ist, wird sich auch eine Lösung finden.

Bevor ich euch von meinen 5 Beratungsterminen bei 5 verschiedenen Ärzten erzähle, kurz noch eines hierzu; 4 von 5 Ärzten waren sehr positiv eingestellt und meinten, man glaubt garnicht wozu der Körper in der Lage ist. Sieht man daran, was der Körper zum Beispiel nach einer Schwangerschaft schafft. Klar kann man das nicht ganz vergleichen, denn mein Körper ist nicht nur für 9 Monate verändert gewesen sondern für 6 Jahre, aber dennoch waren alle recht optimistisch. Ein Top-Ergebnis hat mir allerdings niemand versprochen. Wiederum meinten aber alle, dass auch diese OP keine Sackgasse ist. Sollte ich wahnsinnig unzufrieden sein gibt es immer noch die Möglichkeit kleinere Implantate oder Straffung zu machen. Möchte ich aber beides eigentlich nicht. Was ich allerdings so garnicht sagen kann ist, wie die Lage nach einer Schwangerschaft ist. Nicht das ich eine geplant hätte, aber früher oder später möchte ich Kinder und falls sich dann Alles sehr negativ verändert, würde ich das auch nicht ausschließen. Aber hoffen wir das Beste!

Damit hätten wir nun das Thema meiner Ängste schonmal abgeschlossen! Weiter zum nächsten Punkt.

Als ich mich für diesen Schritt entschieden habe und begann nach dem richtigen Arzt zu suchen, habe ich mein Umfeld nach und nach eingeweiht. Zu meiner Überraschung bin ich auf weniger Verständnis gestoßen als gehofft. Bis auf meinen Papa (der damals schon kein Freund der OP war) hat die Unterstüzung zu wünschen übrig gelassen. Es war eher so: „Was wieso? „Hast du keine Angst das es schrecklich ausschaut danach“ „Bist dir sicher, dass das eine gute Idee ist?“ „Was machst du wenn..?“ usw. Natürlich hat mich das zweifeln lassen, aber schlussendlich wusste ich, dass ich es nicht von der Meinung anderer abhängig mache. Mein Papa hingegen meinte: „Gut so, raus mit den Dingern“! Auch wenn die Skepsis meiner Umgebung groß ist weiß ich, dass jeder nur will, dass ich gesund und happy bin. Ich erzähl euch das, weil ich euch zeigen will, dass es bei allem was man macht Gegenwind gibt und immer auch eine andere Meinung, selbst aus dem engsten Umfeld. Aber wen man sich mit etwas sicher ist, sollte man sich nicht abbringen lassen.

Im Oktober habe ich dann meinen Ärzte Marathon gestartet. Ich war bei drei verschiedenen Ärzten in München und bei zwei Ärzten in Wien.

Arzt 1 in Wien:

Nachdem er sich meine Brust kurz angeschaut hatte, meinte er es wäre kein Problem die Implantate rauszunehmen und es wäre auch keine aufwendige OP. Ich könnte direkt danach heim gehen und nach ein paar Monaten könnte man darüber sprechen, die Brust mit Eigenfett zu unterspritzen um sie zu verschönern. Er hat mir so ein bisschen das Gefühl gegeben, dass das eventuell notwendig ist. Meine Einstellung ist aber, erstmal ein Jahr warten was mein Körper von selbst schafft bevor ich weitere Schritte gehe.

Arzt 2 in München:

Der erste Arzt bei dem ich in München war, war direkt ein Volltreffer. Vorab, ich habe mich letztendlich für einen Arzt in Wien entschieden, einfach weil ich gern in der Nähe meiner Familie sein wollte. Falls es mich doch mehr aus der Bahn wirft als ich denke! Jedenfalls war ich in München bei Dr. med. Patrick Bauer zum Beratungstermin. Von all meinen Beratungsterminen war das der Beste. Er hat sich wahnsinnig viel Zeit für mich genommen, hat meine Probleme verstanden und mir jede mögliche Lösung angeboten! Er war auch sehr positiv gegenüber dem Ergebnis, auch wenn er mir nichts Unereichbares versprochen hat. Ich habe mich total wohl gefühlt und wäre ich nicht so ein Schisser, der bei seiner Mama sein will, hätte ich die OP auch defintiv bei ihm gemacht. Er ist spezialisiert auf Brustoperationen jeder Art und macht auch gar nichts anderes. Ich habe natürlich keine Erfahrung zu einer Operation, aber ich kann sagen, dass er in München meine erste Wahl gewesen wäre! Auch Preis/Leistung fand ich angemessen und was mich sehr überrascht hat war, dass ein Beratungstermin nichts kostet. Ich finde da merkt man, dass es nicht nur um Geld geht!

Arzt 3 in München:

Wow, absoluter griff ins Klo. Ich habe natürlich nur Ärzte gewählt die auf div. Bewertungsplattformen Note 1,0 hatten, aber dennoch war ich hier sehr enttäuscht. Es begann schon mit einem seltsamen Telefongespräch. Als ich wegen einem Beratungstermin angerufen habe, wurde mir ein Termin in 5 Wochen angeboten. Grundsätzlich kein Thema, ich glaube schon das Ärzte viel zu tun haben. Dennoch habe ich aufgrund einer Reise gefragt, ob es irgendwie machbar ist einen früheren Termin zu bekommen. Die Antwort der Sprechstundenhilfe war: „Wir haben auch Patientinnen mit Brustkrebs.“ Ok klar sind deren Anliegen wichtiger, aber das betrifft mich nicht. Für mich persönlich ist mein Anliegen auch wichtig. Versteht mich nicht falsch, ich habe in meiner Familie mehrere Krebserkrankungen mitgemacht, ich weiß was Vorrang hat. Aber das ändert nichts an ihrem Verhalten, ein einfaches „Nein wir sind voll“ hätte es auch getan. Es geht hier nicht um einen Frisörtermin, auch ich Frage nach einer Operation, daher habe ich mich schonmal etwas unwohl gefühlt. Als ich dann zum Beratungstermin da war, war es mit dem Arzt auch nicht viel besser. Ich habe für 10 Minuten Beratung 70€ bezahlt. In den 10 Minuten hat er mir klar gemacht, dass ich aufjedenfall eine Bruststraffung brauche und dafür müsste ich alles in allem 8600€ hinblättern. Ok. Danke. Auf  Wiedersehen! Meine Gesundheit ist der letzte Ort an dem ich sparen würde, aber hier hatte ich einfach nur das Gefühl, er will mir garnicht helfen und wenn er muss, dann nur wenn er auch gut daran verdient. Es wäre sinnvoll wenn Ärzte zu Operationen die sie nicht machen wollen, einfach Nein sagen würden.

Arzt 4 in München:

Der vierte Arzt bei dem ich war, war Dr. med. Klöppel . Hier war auch alles tiptop. Ich wurde total nett empfangen und richtig umsorgt. Schon die Rezeption hat mir das Gefühl gegeben, mein Anliegen ist wichtig und wird ernst genommen. Mein Gespräch mit dem Arzt war auch sehr gut. Total ausführlich, er hat sich Zeit genommen und mir von seinen Erfahrungen zu dem Thema erzählt. Auch er meinte, das Ergebnis wird sicher nicht schrecklich und eine Straffung hält er für unnötig. Man sollte erstmal einige Monate warten und dann überlegen, ob ein weiterer Schritt notwenig ist. Er meinte auch selbst wenn, ist diese Operation nicht das Ende, man hat immer Möglichkeiten es noch zu verbessern. Danach hatte ich noch ein weiteres Gespräch mit jemandem in der Ordination der die ganze OP Organisation übernimmt. Ich wurde nochmal über alle Formalitäten aufgeklärt usw. Auch hier habe ich 70€ Beratungsgebühr bezahlt, die aber total fein sind. Denn ich wurde angemessen behandelt! Schlussendlich habe ich mich gegen diese Klinik entschieden, weil der Preis einfach meine Möglichkeiten gesprengt hätte.

Arzt 5 in Wien:

Mein letzter Termin war bei Dr. Thomas Aigner in Wien. Mein Beratungstermin war offensichtlich erfolgreich, denn gerade sitze ich im Zug nach Wien und morgen Früh habe ich meine OP in seiner Klinik. Hier war ich nach der Beratung genauso positiv gestimmt, wie nach meinem ersten Beratungstermin in München. Zugegeben wurde ich in Sachen Beratung nicht ganz so toll umsorgt wie bei Arzt Nummer 4 aber mich hat seine positive Art überzeugt. Er hat nichts dramatisiert, war aber auch nicht zu euphorisch. Alles was er gesagt hat erschien mir sehr realistisch und ich hatte nicht das Gefühl er will mir was verkaufen. Da ich davor schon bei 4 Ärzten war und die Ergebnisse recht unterschiedlich waren, hatte ich einige Fragen. Zum beispiel haben mir 2 von 5 Ärzten gesagt, dass ich unbedingt Drainagen für 2-3 Tage nach der OP brauche. Das sind Schläuche in der Brust, aus denen Wundwasser abfließen soll. Ihr könnt euch vorstellen wie scharf ich darauf war 3 Tage mit zwei Blutbeuteln rumzulaufen, daher hab ich auch hier nach seiner Meinung gefragt. Seine Antwort, dass Drainagen heutzutage kaum noch notwenig sind, weil sie ein großes Infektionsrisiko darstellen, fand ich irgendwie logisch. Meine Fragen wurden also alle ausführlich beantwortet und ich hatte am Ende ein gutes Gefühl.

Mein Fazit zu meinen Erfahrung ist, dass es oft gar nicht so sinnvoll ist 5 Ärzte aufzusuchen. Speziell nach dem Arzt bei dem ich mich so unwohl gefühlt habe, dachte ich mir wow mir erzählt einfach jeder etwas anderes, wie soll ich mich entscheiden. Auch hätte ich niemals mit solchen Preisdifferenzen gerechnet. Von 2000€-11.000€ war einfach alles dabei! Auch das ist etwas gewesen, dass vorab kaum herauszufinden war. Weil es kaum Erfahrungsberichte gibt. Generell ist München aber definitv teurer, auch bei Schönheitsoperationen.

Das war mein Erfahrungsbericht fürs Erste. Mit meinem dritten Beitrag werde ich wahrscheinlich einige Monate warten, denn ich will nicht voreilig Urteilen! Aber ich werde euch via Instagramstories auf dem laufenden halten.

Love,

Christina

KOMMENTARE (1)

  1. Eva

    Hi Christina, ich finde es ganz toll und direkt bewundernswert, dass du so ehrlich deine Erfahrung mit uns teilst! ich hoffe, dass es dir nach heute gut geht und drücke dir die Daumen für die nächsten paar Tage (punkto Schmerzen & Co). Bin gespannt auf Part 3!! 🙂
    Alles Liebe, Eva

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