der Weg zum Blogger

KOOPERATIONSANFRAGEN- OFTMALS KAUM ZU GLAUBEN

Mein letzter Lifestyle-Post thematisierte ahnungslose Follower, die eigentlich keine Ahnung haben aber ihre Meinung preisgeben müssen. Heute beschäftige ich mich mal mit Unternehmen die schlecht informiert sind und unprofessionell arbeiten.

Ich bekomme täglich Emails mit unterschiedlichsten Anfragen von verschiedensten Unternehmen und zeitweise ist das abarbeiten dieser Mails pure Unterhaltung. Ihr könnt euch nicht vorstellen mit was für Erwartungen manche Brands an mich herantreten. Mir ist schon klar, dass dieses ganze Blogger/Instagramer Ding sich erst etablieren muss und noch nicht jeder das System verstanden hat, aber als Unternehmer/Marketingmanager muss ich mich schon ein bisschen informieren bevor ich beginne Kooperationsanfragen zu verschicken.

Es gibt 2 Dinge die mich bei Kooperationsanfragen besonders ärgern und die möchte ich ein bisschen genauer erläutern und hoffe, dass dieser Post auch von Unternehmern, zukünftigen Unternehmern oder Freunden von Unternehmern, Marketingmanagern, PR-Managern, Social Media Managern etc. gelesen wird.

1. Massenemails

Wenn ich eine Anfrage bekomme in der ich nicht namentlich angesprochen werde, dann bedeutet das für mich, dass sich das anfragende Unternehmen weder mit mir noch mit meinem Blog/Instagram genauer auseinander gesetzt hat, noch eine Ahnung davon hat was ich wirklich mache. Das ist i.d.R. eine Standard-Email die an 2940848 Blogger/Instagramer rausgeschickt wird in der Hoffnung, dass irgendwer davon antwortet. Solche Emails werden einfach an Menschen geschickt die zu Beispiel mehr als 50k Follower haben und alles andere ist egal.

Wenn ein Unternehmen nicht mit MIR arbeiten möchte, sondern nur mit meiner Reichweite, habe ich schon keine Lust mehr und das Mail landet im Papierkorb. Genauso wie ich mir meine Kooperationspartner ganz genau aussuche und prüfe ob es zu mir und meiner Arbeit passt, sollten das auch Brands machen. Brands denen es egal ist mit wem sie eigentlich arbeiten, hauptsache die Followerzahl stimmt, haben auf meiner Seite nichts verloren. Denn am Ende bin ich Blogger und nicht nur eine Werbeplattform (den Unterschied kennen aber auch viele „Blogger“  tatsächlich nicht). Darüber habe ich ja bereits ein Stück weiter unten berichtet.

2. Brands die meinen Wert nicht kennen oder gar ignorieren

Bevor ich diesen Artikel hier verfasst habe, habe ich natürlich recherchiert, um meine Aussagen auch belegen zu können. Ich habe Artikel aus verschiedenen Zeitschriften wie z.B. der Woman gelesen oder mir auch deren Mediadaten heruntergeladen.

Beginnen wir mit einem kurzen Vergleich. Eine Werbeplatzierung auf einem Blog/Instagramaccount ist vergleichbar mit einer Werbeschaltung in einem Magazin, daher habe ich mir die Mediadaten des Women Magazins heruntergeladen und analysiert, um einen Vergleich aufzustellen:

Nach eigenen Angaben hat die Woman eine Leserschaft pro Magazin von ca. 131.000 Menschen. Das heißt, wenn zum Beispiel das Label X ein Foto in der Woman platziert, sehen das ca. 131k Leser.

Wenn ich auf meinem Instagramaccount ein Foto von Label X poste, sehen das aktuell 124k Menschen. Ich habe mich bewusst für die Woman entschieden da deren Reichweite vergleichbar ist mit meiner.

Laut den Mediadaten der Woman kostet die GÜNSTIGSTE Anzeige, die weit entfernt von einer ganzen Seite im Heft ist, 5.150 Euro.

Und dann gibt es immer noch Brands, die ernsthaft denken ich werbe für 0 Euro auf meiner Seite für ihr Produkt, und das obwohl ich die gleiche Reichweite, wie viele Magazine habe.

Ehrlich gesagt bin ich mir bei manchen solcher Anfragen dann nicht sicher, ob die denken ich wäre dumm genug das zu machen oder, ob die tatsächlich so dumm sind und nicht wissen was sie da eigentlich schreiben.

Eine Ausnahme mache ich für kleine Start-ups, da ich selbst gerade eines starte weiß ich, das oft das Geld einfach nicht da ist. Nur haben die meistens ein professionelleres Auftreten und sagen mir auch, dass sie sich dessen bewusst sind, das ich normalerweise natürlich nicht gratis arbeite. Und solchen Start-ups helfe ich dann auch gern mal, natürlich kann ich das nicht andauernd machen aber hin und wieder schon.

Mir geht es hier um große Unternehmen, konkret hatte ich da kürzlich bereits zu zweiten mal eine Anfrage von einem großen Onlineshop der auch eine FERNSEHWERBUNG hat. Die Kosten für einen Fernsehspot beginnen bei (wenn ich jetzt mal untertreibe) 100.000 Euro. Besagter Onlineshop hat mir erstmal garnichts als Gegenleistung angeboten und nachdem ich genauer gefragt habe, hieß es dann sie hätten kein Budget aber ich darf mir Kleidung im Verkaufswert von 500€ aussuchen. Schade, aber davon kann ich leider meine Lebensmittel nicht bezahlen. Ich geh dann zu Edeka und frage die Kassiererin, ob es okay ist, wenn ich den Kilo Bananen und die 3 Avocados im Gegenzug für ein T-shirt mitnehme. SO LÄUFT DAS EBEN NICHT.

Ein anderer Shop hat mir geschrieben „we NEVER pay for posts“, sie möchten, dass ich die Produkte promote weil ich sie liebe und nicht weil ich Geld dafür bekomme. Ja klar, deshalb laufen auch alle Gucci Models gratis über den Laufsteg in Mailand, weil sie die Kleidung so lieben. Und das „never“ war tatsächlich in Großbuchstaben geschrieben. Ja und was ich vergessen habe, meine Mama (Frisörin) die schneidet auch jedem gratis die Haare, weil sie ihren Beruf so liebt.

Meiner Meinung nach ist das schlichtweg sehr unprofessionell und oftmals kaum zu glauben. Ich verliere da jeglichen Respekt der mir offensichtlich auch nicht entgegen gebracht wird.

Ich kann echt nur hoffen, dass diese Brands bald kapieren, das Werbung egal wo, nicht gratis ist und ich mich nicht ausbeuten lasse. Und um ehrlich zu sein muss ich mich da oft am Riemen reißen um nicht pampig zu antworten (wie zum Beispiel mit dem Supermarkt Beispiel) denn einer muss ja professionell bleiben.

 

Danke fürs lesen & erzählt es weiter =)

<3 Biluca

COMMENTS (7)

  1. Marie

    Ich finde es super, dass du darüber schreibst! Und auch der Vergleich mit der Woman zeigt die Dreistigkeit einiger Unternehmen… wie können sie das vertreten fragt man sich?
    Allerdings glaube ich wirklich, dass nur ein geringer Teil des Budgets für Sozial Media eingeplant ist. Und viel mehr für beispielsweise Werbung im TV! Das wird sich nun mit der Zeit allerdings änder. Auch weil das Fernsehen immer mehr an Bedeutung verliert.
    Also sind sicher nicht diejenigen schuld, die dir die Mails schicken, dass sie Budget haben… sondern die, die ein paar Stufen höher sind.

    Liebst,
    Marie

  2. Sassi

    Liebe Christina, toller Post!
    Manchmal ist es wirklich Wahnsinn, was die Firmen sich so denken – wenn sie denn denken…
    Ich Frage mich auch oft genug, was das eigentlich soll? Ich finde den Vergleich mit der Woman einfach perfekt. Da sieht man mal was der eigentliche Wert von Influencern ist. Allerdings muss man dabei noch etwas bedenken: Den Lesern in der Woman wird die Werbung aufgedrängt, deine Leser schauen sie sich freiwillig an. Eigentlich ist dein Account also viel mehr wert 🙂

    Danke für diese wahren Worte! Gut, dass es endlich mal jemand sagt!

    Liebste Grüße
    Sassi

  3. Pingback: Aufreger des Tages: Freizeit Blogger, die das Geschäft zerstören

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.