INFLUENCER MARKETING – IMMER NOCH EIN MYSTERIUM

Das Internet wird aktuell überströmt mit Artikeln zu Influencer Marketing. Positive Artikel, wie nützlich es sein kann, hilfreiche Artikel wie man es am Besten angeht und negative Artikel wie schrecklich doch alles geworden ist. Mein Artikel zum Thema Influencer Marketing soll ein neutraler Beitrag mit der aktuellen Ist-Situation sein. Ich möchte heute wieder ein Mal Licht ins Dunkle bringen!

Wie gesagt, Influencer Marketing ist in aller Munde und das hat auch seine Gründe. Zuerst einmal ist es aktuell eine der beliebtesten Werbemaßnahmen nahezu aller Branchen. Es gibt kaum eine Branche die sich noch nicht an dieser neuen Form des Marketings versucht hat. Manch einer glaubt, dass langsam eine Sättigung eintritt aber das ist ganz und garnicht so. Die meisten Unternehmen entdecken Influencer Marketing erst jetzt für sich. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos und auch der Markt an Influencern wächst stetig an.

Durch diesen Wachstum wird es aber auch für alle Seiten schwieriger. Auf Seiten der Influencer und Blogger wird der Konkurrenzdruck größer und es ist nicht mehr ganz so leicht seine Brötchen damit zu verdienen. Auf Seiten der Unternehmen wird es schwierig Influencer Kampagnen zu entwickeln, die nicht mehr wie plumpe Werbeposts aussehen, sondern eine positive Wahrnehmung des Konsumenten erzeugen. Da dies zu meinem Beruf gehört verfolge ich natürlich viele Kampagnen und bin mittlerweile auch als Konsument/Follower genervt von einzelnen Kampagnen.

Durch diesen Boom ist Influencer Marketing auch ein wenig risikobehaftet, nicht nur weil man als Unternehmen Angst haben muss, dass es überhaupt nichts bringt, es besteht auch die Gefahr negativ in Erinnerung zu bleiben. Innerhalb dieses Artikels möchte ich das Thema von jeder Seite betrachten, sprich aus Unternehmenssicht, aus der Sicht des Influencers und aus der des Konsumenten/Follower.

Starten wir mit der Sicht und den Wünschen/Erwartungen des Unternehmens. Ich persönlich bin zugleich Unternehmer und Influncer durch meine Arbeit als Blogger und meinem eignen Onlineshop. Als Blogger und Influencer konnte ich in den vergangenen drei Jahren viel Erfahrung sammeln. Immer wieder kommen Unternehmen mit Kooperationsanfragen auf mich zu und hoffen offensichtlich, durch einen einzigen Post auf meinem Instagramaccount eine Umsatzsteigerung zu erzielen. So schnellebig wie das Internet und vorallem Instagram ist, müsste mittlerweile eigentlich jedem klar sein, dass das nur in ganz wenigen Fällen möglich ist.

Den Absatz eines bestimmten Produktes kann man zwar schon durch Influencer Marketing erhöhen, allerdings ist das sehr stark vom Produkt und der Art der Kampagne abhängig! Ein Beispiel hierfür sind Kampagnen von Onlineshops die mit Rabattcodes arbeiten. Möglichst viele reichweitenstarke Blogger werden regelmäßig mit einem Dutzend Kleidungsstücke ausgestattet. Diese werden dem Follower in sogenannten „Hauls“ vorgeführt und mithilfe eines Rabattcodes wird er dann zum Kauf gelockt. Das funktioniert natürlich nur wenn das Preisniveau der Kleidung an das Einkommen der breiten Masse angepasst ist, sprich möglichst günstig. So kann eine Absatzsteigerung erzielt werden, aber das muss eine langfristige Kampagne sein.

Leider denken immer noch viele Unternehmen, das ist auch mit einem einzigen Instagrampost möglich. Hierbei muss ich sämtliche Illusionen zerstören, denn so einfach ist es nicht! Wieso? Instagram hat über 500 Millionen User, täglich werden weit über 60 Millionen Fotos hochgeladen. Egal wie Besonders ein Bild ist, es verschwindet in kürzester Zeit wieder aus der Wahrnehmung des Followers. Der Follower scrollt auf seiner „Startseite“ über die meisten Bilder drüber und liked nur wenige davon. Der Großteil der Bilder wird also nur einen Bruchteil einer Sekunde wahrgenommen.

Einen Vorteil bieten jene Influencer die es geschafft haben, eine (gewissermaßen) persönliche Beziehung zu ihren Abonennten aufzubauen. Denn dann besteht die Chance dass der Follower gezielt nach dem Influencer sucht, um zu sehen ob etwas Neues hochgeladen wurde. Aber auch auf dem Profil eines Bloggers selbst verschwindet ein Bild recht bald in der Vergangenheit. Als Blogger postet man täglich mindestens einmal, eher sogar öfter. Sprich das neuste Bild ist maximal einen Tag lang das erste Bild im Profil. Meist sogar nur einen halben Tag. Nach einer Woche gehört ein Bild  also längst der Vergangenheit an und ist sowieso nur noch auf dem Profil direkt und ganricht mehr auf der Startseite zu finden.

Das hört sich jetzt zwar negativ an, ist aber die Wahrheit und demnach ist es logisch, das langfristige Kooperationen mit dem gleichen Influencer oder Blogger sehr viel sinnvoller sind. Einem authentischen Blogger oder Influencer (wobei diese Beiden nicht das gleiche sind) wird Vertrauen entgegengebracht und er ist ein Meinungsbildner. Sieht ein Follower also regelmäßig die selbe Marke bei der selben Person, geht es tiefer in die Wahrnehmung. Dadurch steigt die Brand Awarness, was möglicherweise zu einem Kauf führt.

Wer jetzt denkt ich ziehe mir das hier aus der Nase, den kann ich beruhigen. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich mich unter anderem mit diesem Thema beschäftigt. Ich habe mittels einer Umfrage sogar herausgefunden, dass ganze 94% meiner Blogleser bereits ein Produkt aufgrund der Empfehlung eines Bloggers gekauft haben. An dieser Stelle muss ich aber erwähnen, dass sie zuvor angegeben haben, das die Authentizität des Bloggers das wichtigste Kriterium ist. Ich habe hier, wie gesagt meine Blogleser befragt und nicht meine Instagramfollower, da ist natürlich nochmal ein Unterschied.

Worauf ich hier hinaus möchte ist, dass es wahnsinnig wichtig ist, das ein Influencer oder ein Blogger eine persönliche Beziehung zu seinen Followern hat. Denn dann empfindet der Leser/Follower eine Werbeplatzierung auch nicht als lästige Werbung, sondern eher wie eine Empfehlung. (Ebenfalls ein Ergebnis aus meiner Umfrage). Und desto öfter ein Produkt oder eine Marke bei der gleichen meinungsbildenden Person gesehen wird, desto authentischer ist es.

Zusammengefasst: In erster Linie ist Influencer Marketing sinnvoll für die Steigerung der Brand Awarness, die Imagepflege oder vielleicht auch die Imageverbesserung, die Erreichung neuer Zielgruppen und auch für die Bekanntmachung neuer Produkte oder Marken. Absatzsteigerung ist hierbei (meistens) zweitrangig und nur schwer berechenbar, ich hoffe meine Erklärung dazu war logisch und nachvollziehbar. Hierfür muss man nämlich im ganz großen Stil arbeiten, was dann wieder einen sehr starken Werbecharakter hat und nicht mehr wirklich Influencer Marketing ist. Denn im Influencer Marketing sollte es um die Person gehen, die für ein Produkt oder eine Marke ihr Gesicht hinhält. Ein Influencer sollte nicht nur eine reine Werbeplattform sein und ein Blogger schon garnicht! Wobei Blogger meist ein wenig anders arbeiten als Influencer und Kooperationspartner nochmal gezielter auswählen.

Kernpunkte im Influencer Marketing

Um eine erfolgreiche Kampagne zu starten braucht man auch den passenden Influencer. Einfach wild Emails rausschicken, an jeden Instagrammer der mehr als 100k hat, am Besten noch mit „Lieber Influencer“, wird wenige authentische Influencer anlocken. Besser zuerst gut recherchieren und sich dann auf wenige Influencer mit guter Interaktion konzentrieren. Immerhin soll diese Person ja als Gesicht der Marke dienen.

Bevor man nach Influencern sucht sollte man sich ebenfalls eine starke Kampagne überlegen. Eventuell ein bestimmtes Thema oder Kampagnen bei denen der Follower miteinbezogen wird. Hierbei ist es aber wichtig, es nicht zu kompliziert und aufwändig für den Follower zu gestalten. Hat man als Unternehmen noch wenig Erfahrung mit Influencer Marketing, kann man den gewünschten Influencer auch einfach mal fragen, was er sich vorstellen könnte. Fakt ist nämlich, keiner kennt seine Follower so gut wie der Influencer selbst. Abraten würde ich von Kampagnen bei denen 20 Influencer gleichzeitig den selben Kontent promoten, ich weiß aus Erfahrung, dass dies als störend empfunden wird. Klar könnte man sagen jede PR ist gute PR, aber ob es so gut ist wenn der Follower am Ende genervt ist von Influencer und Marke? Follower sind nicht einfach Follower die man zuspamen sollte. Es sind echte Menschen mit echten Interessen.

Traurig aber wahr in dieser Zeit ist auch, dass es viele Influencer und auch Blogger gibt die nicht ehrlich arbeiten. Deshalb empfehle ich Analysetools zu verwenden und den ausgewählten Influencer oder Blogger auch nach seiner Instagram /Blog Statistik zu fragen. Eine ehrliche Person wird diese ohne zögern schicken! Generell sollte man sich als Unternehmen auch die Interaktion des Accounts ansehen. 100k follower aber nur 10 Kommentare ist unrealistisch, da stimmt etwas nicht.

Nun noch das leidige Geld-Thema. Viele Unternehmen wollen es immer noch nicht akzeptieren, aber Werbung ist nicht umsonst. Nirgendwo. Ich sage es ganz erhlich, ich bin es leid von Firmen angefragt zu werden, die mir weder für meine Arbeit noch für meine Reichweite etwas bezahlen wollen. Ich bin schon lange kein Hobbyblogger und mir ist auch nichts in den Schoß gefallen, daher arbeite ich nicht umsonst. Nur ganz wenige Menschen arbeiten ohne Bezahlung und da ich leider keinen Goldesel habe, muss auch ich für meine Arbeit bezahlt werden. Auch für dieses Thema gibt es Analysetools, die man als Richtwert für Budgets nehmen kann. Leben und leben lassen!

Das waren vier wichtige Kernpunkte, natürlich gibt es noch viel mehr zu beachten.

Ich habe am Anfang des Artikel gesagt, dass ich Influencer Marketing aus der Sicht aller Beteiligten beleuchten möchte. Ihr merkt wie lange ich mich primär mit Unternehmen beschäftigt habe, daher wird es nächste Woche einen zweiten Teil geben!

Andere Beiträge zu ähnlichen Themen findet ihr HIER (Kooperationsanfragen) und HIER (der Weg zum Blogger).

Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr mir gerne einen Kommentar da lassen oder mir ein Mail schicken!

Love, Christina

 

COMMENTS (5)

  1. Olivia

    Sehr spannender Beitrag liebe Christina 🙂
    Ich weiß zwar schon einiges zu diesem Thema, aber du hast das so einfach erklärt, das ist super! Oft fragen mich auch Freunde, wie das denn alles funktioniert mit den Firmen und da ist es praktisch, so eine Erklärung parat zu haben.
    Alles Liebe,
    Olivia

  2. Laura

    Hallo liebe Christina,

    Toller Beitrag! Ich finde das Thema super spannend und schreibe auch meine Bachelorarbeit darüber. Freue mich schon über deinen nächsten Beitrag!

    Liebe Grüße Laura

  3. Arnela Arslan

    Ich finde du hast sowasvon Recht!! Teilweise bin ich von gewissen Bloggern einfach genervt, andere meinen ich sei nur eifersüchtig, doch das stimmt nicht. Du weisst, wenn jemand ehrlich ist oder nicht. Das finde ich eigentlich Schade, gewisse Produktplatzierungen machen den Blogger/Influencer einfach unsympathisch, dies sollte nicht der Fall sein. Oder die die zeigen, wie perfekt alles ist, dass das Leben nur aus Reisen und Shoppen besteht und es gar keine Probleme gibt. Heutzutage wird ziemlich übertrieben…
    Dein Beitrag ist super und dich finde ich sowieso toll!!
    Mach weiter so 🙂

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Neli

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